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Deklinationsparadigmen im MittelhochdeutschenDate: 2015-10-07; view: 621. Das Mittelhochdeutsche Substantiv Man unterscheidet die der Deklination des mittelhochdeutschen Substantivs folgende grammatischen Kategorien: Kasus: Nominativ Genetiv Dativ Akkusativ Numerus: Singular Plural Genus: Maskulinum Femininum Neutrum Nach der Deklinationsart ist zwischen starken Substantiven (Gen. Sing.-?s, -e oder endungslos, z.B. Gen. Sing. Mask. Des gastes, Gen. Sing. Fem. Der kraft) und schwache Substantiven (Gen. Sing. –?n, z.B. Gen. Sing. Mask. Des boten) zu unterscheiden. Die Substantive, die im Mittelhochdeutsch stark flektieren, hatten ursprünglich – noch im Germ. – zwischen Wurzel und Flexionsmorphem ein vokalisches Element. Bei den schwache Substantiven diente ursprünglich ein konsonantisches Element zur Verbindung von Wurzel und Endung, deshalb sprechen wir hier im Mhd. Noch von der konsonantischen Deklination. Der Zusammenfall der ahd. Endsilbenvokale a, e, i, o, u zu e bewirkte, dass das Substantiv im Mhd. Einen geringeren Bestand an unterscheidenden Flexionsendungen aufweist.
Hier zeigt sich, daß die Akzentfestlegung auf den Wortanfang bereits für eine Verwischung und Vereinfachung sowie einen Wegfall einzelner Formen gesorgt hat; Seit Beginn der mittelhochdeutschen Zeit wird auch der unbestimmte Artikel regelmäßig gebraucht, vgl. im „Nibelungenlied“: Ez wuohs in Burgonden ein viel edel magelȋn… si wart ein schoene wȋp „Es wuchs in Burgunden eine edle Jungfrau auf… sie wurde zu einer schönen Frau“ Auf diese Weise entsteht seit Beginn der mhd. Zeit die Opposition zwischen dem Substantiv mit dem bestimmten Artikel und dem Substantiv mit dem unbestimmten Artikel.
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